Verfasst von: Seemädel | 15. September 2019

Ein Oberleitungsschaden, die Bahn, das Krisenmanagement und die Kommunikation

Das Seemädel war am letzten Juli-Montag in Hamburg und hat sich mit zwei Freundinnen getroffen, von denen eine aus Kiel kam.
Natürlich war dieser Montag der Tag, wo ein Intercity zwischen Hamburg und Kiel eine Oberleitung abreißen musste.
Geplant war, dass ich den Zug um 14 Uhr ab Lübeck nehme. Gegen 13 Uhr rief meine Freundin aus Kiel an, dass die Strecke gesperrt ist und sie über Lübeck oder Neumünster/Bad Oldesloe fahren muss und es später werden kann, obwohl sie sogar schon extra eine halbe Stunde früher in Kiel abgefahren ist. Kurz darauf schrieb sie, dass sie in den Zug nach Lübeck nicht mehr reinkam und die andere Strecke nimmt. Sie kaufte dann für uns beide ein Schleswig-Holstein-Ticket und wir wollten uns in Bad Oldesloe treffen. Rein theoretisch wären wir dann sogar mit dem von mir ursprünglich geplanten Zug in Hamburg angekommen.
Praktisch hatte ihr Zug nach Bad Oldesloe aber zuviel Verspätung. Erstens dauerte es etwas, bis in Neumünster ein zweiter Triebwagen angehängt wurde, zweitens blockierten die Leute im überfüllten Zug die Türen. Auch das Aussteigen in Bad Oldesloe dauerte, denn der Bahnsteig war übersät mit Menschen. Die passten übrigens natürlich nicht alle in den Zug, der dann zurück Richtung Neumünster fuhr.
Schlussendlich kamen wir eine halbe Stunde später als geplant in Hamburg an.

Typisch Bahn war wieder mal das Chaos und die (Nicht-)Kommunikation. Auf der Strecke zwischen Hamburg und Kiel fahren lange Doppelstockzüge. Auf der Strecke Hamburg – Bad Oldesloe – Lübeck auch. Zwischen Bad Oldesloe und Neumünster sowie zwischen Lübeck und Kiel fahren normalerweise aber nur relativ kurze (und einstöckige) Triebzüge. Rechnet euch aus, wie das mit den Kapazitäten war… Wenig hilfreich waren auch die unverständlichen, weil leisen und verzerrten Durchsagen in Neumünster.
Ich fragte gegen 15 Uhr in Bad Oldesloe eine Bahnmitarbeiterin (die auf dem Gleis war, wo die Züge nach Hamburg und Lübeck fuhren, weil sie nach Lübeck musste – auf dem überfüllten Gleis in Richtung Neumünster war selbstverständlich keiner), ob es einen Schienenersatzverkehr gibt. Antwort: Nein und ist auch keiner geplant. Auf den Seiten vom NDR stand am Dienstag allerdings, dass es einen (wenn auch überlasteten) SEV gegeben habe. Keine Ahnung, was stimmt, aber ein SEV, von dem man nichts weiß, bringt einem halt auch nichts.

Spät am Abend war die Strecke eingleisig frei. Wobei der Zug meiner Freundin genug Verspätung hatte, um in Kiel den Anschluss zu verpassen, sodass es noch einen nächtlichen Spaziergang gab.

Fazit wie meistens: Unfälle können passieren, aber Krisenmanagement und Kommunikation sind vorsichtig ausgedrückt ausbaufähig.

P.S. Der Nachmittag in Hamburg war trotzdem schön, die Torte im Café Schmidt Elbe lecker (nur die Sprühsahne nehme ich ihnen übel) und die Wasserlichtkonzerte bei Planten un Blomen sind sehr zu empfehlen.


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