Verfasst von: Seemädel | 28. August 2017

Säntis

(alle Bilder werden beim Anklicken größer und man kann die einzelnen Galerien dann auch direkt durchklicken)

Dienstag waren wir am Säntis. Wir sind mit der Säntisbahn hochgefahren und wollten dann zu Fuß zur Schwägalp zurückgehen. Dass es für die Knie andersherum besser gewesen wäre, ist klar, aber meine Kondition hätte dafür definitiv nicht gereicht *rotwerd*. Am nächsten Tag konnte ich mich dann kaum bewegen und der Muskelkater brauchte fast eine Woche, bis er weg war^^ Außerdem habe ich mir vermutlich irgendwie die Innenbänder am Knie etwas überdehnt, aber nach einer Woche war der Spuk dann zum Glück vorbei.

Nicht eingeplant war allerdings eine Extrarunde mit der Bahn… denn mein Wanderstiefel löste sich auf. Er hatte minimale Risse, aber nachdem es trocken sein sollte, hatte ich beschlossen, dass ich es riskiere, weil er einfach deutlich besser passt als Mamas Wanderstiefel. Tja, kaum waren wir oben und schauten uns auf der Aussichtsterrasse etwas um, begann ich schwarze Gummibröckelspuren zu hinterlassen… es war sehr schnell klar, dass ich mit diesen Schuhen definitiv nicht mehr weit komme. Dank des netten Menschen an der Bergstation durften wir dann noch einmal runter- und wieder hochfahren, um Mamas Wanderstiefel aus dem Auto zu holen, die wir vorsorglich mitgenommen hatten. Ich kam mit ihnen dann auch ganz gut klar, sie waren halt deutlich schwerer als meine und etwas zu groß. Blasenpflaster auf der Ferse und eine enge Schnürung ermöglichten aber recht gutes Gehen. Nur die dicken Blasen, die ich am Abend unter den großen Zehen entdeckte, hatte ich nicht ganz vorhergesehen. Vermutlich kamen sie daher, dass ich im doch etwas zu langen Schuh hin- und hergerutscht bin. Und das Kunststück, mir beim Schnüren eine Blase genau am Übergang von einem Fingerglied zum nächsten zu holen, war natürlich auch eine Meisterleistung.

in Auflösung begriffener Wanderstiefel

in Auflösung begriffener Wanderstiefel

Es war mit Sicherheit die „alpinste“ Strecke, die ich je gegangen bin, und zwischendurch war ich schon mal versucht, aufzugeben. Also genauer gesagt: Ich hätte gerne aufgegeben, nur gab es die Option nicht^^ Also musste ich durchhalten und am Ende habe ich mich natürlich schon sehr gefreut, dass ich es geschafft habe.

An der Bergstation sahen wir jede Menge Alpendohlen ohne jede Scheu vor den Menschen.
Besonders die Stellen, wo gegessen wurde, hatten es ihnen natürlich angetan… zum Beispiel die Restaurantterrasse. Eine Person hielt ihnen einen Teller mit Krümeln hin. Ein anderer kam auf die Idee, eine lange Pommes in den Mund zu nehmen und sie anzubieten. Das Angebot wurde tatsächlich angenommen und die Kinder, die dabei waren, riefen begeistert „Nochmal!“^^ Was ich sehr praktisch fand, denn beim zweiten Versuch hatte ich dann die Kamera in Stellung gebracht.

Von oben und auch auf dem Weg gab es natürlich immer wieder tolle Aussichten.


Leider war es etwas diesig, aber laut Wettervorhersage war der Dienstag immer noch am günstigsten und so haben wir ihn genommen. Gegen Ende wurde es dann noch diesiger und schlussendlich begann die Säntisspitze, sich in Wolken zu hüllen. Hin und wieder sah man auch Schneereste.

Faszinierend finde ich immer wieder, was alles an Pflanzen in noch so karger Landschaft wächst.


Leider hatten wir kein Bestimmungsbuch dabei, wobei es auch zeitlich schwierig geworden wäre, alles zu bestimmen. Durch die Verzögerung wegen der Schuhe waren wir schon deutlich später losgekommen und wir waren auch nicht die schnellsten. Da nicht ganz klar war, ob das Wetter hält, war ich irgendwann schon sehr bestrebt, voranzukommen. (Das Timing war perfekt: Als wir an der Talstation von der Toilette zurück zum Auto gingen, um nach Hause zu fahren, fielen die ersten Tropfen.)
Pflanzen nur wegen der Bestimmung abzurupfen, finde ich blöd, zumal ich bei mir unbekannten Pflanzen ja auch nicht weiß, ob ich das überhaupt darf oder ob sie geschützt sind. Also hoffte ich auf eine Bestimmung mittels Bild, aber dafür reichen die meisten Bilder dann doch nicht. Außerdem ist mein Bestimmungsbuch gerade noch bei meinen Eltern (das darf mit diversen anderen Dingen per Paket reisen ;-)) und mit der ebook-Version, die ich mir mittlerweile gekauft habe, stehe ich etwas auf Kriegsfuß. Daher steht nicht bei allen Pflanzen was dran bzw. es ist ein Fragezeichen dahinter. Auch wenn das die Biologin in mir natürlich etwas ärgert… wobei ich mit gelben Korbblütlern schon immer so meine Probleme hatte – es gibt einfach zu viele^^
Was es in rauhen Mengen gab: Alpenkratzdisteln (Und Hummeln. Und Schmetterlinge.)

Der Weg war wie gesagt schon recht herausfordernd. Am Anfang sehr steil, aber mit Seilen und Tritthilfen. Später meist gar nicht mehr so steil, aber teilweise am Hang oder etwas versteckt („es sieht nach einem Pfad aus, aber das da rechts irgendwie auch… was ist der Weg?“)^^ Am anstrengendsten fand ich aber, dass über weite Strecken der Weg quasi auf Schotter bestand. So musste man fast immer sehr auf der Hut sein, nicht zu rutschen. (Am Ende legte ich mich dann noch in einen Kuhfladen, aber daran war nicht der Schotter schuld…)

Ein paar letzte Impressionen:

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