Verfasst von: Seemädel | 29. Juli 2016

Verwirrspiel à la DB

Die Übung „wie kann man maximale Verwirrung stiften“ ist ja bekanntermaßen eine Paradedisziplin der Deutschen Bahn.
Aktuell in diesem Kino:
Um 13.28 Uhr soll auf Gleis 6 der Zug nach Kiel abfahren, um 13.32 Uhr soll auf Gleis 5 (anderer Bahnsteig) der Gegenzug ankommen.

Seemädel kommt um 13.24 Uhr etwas gestresst* auf den Bahnsteig 6 – viele Leute, korrekter Zug ist angezeigt, aber nicht in Sicht.
Auf Gleis 5 ist die Ankunft des Zugs aus Kiel angezeigt.
So weit alles normal.

13.25 Uhr: Es kommt eine sehr schlechtverständliche Durchsage, in welcher Seemädel die Begriffe „RB 84“, „Kiel“ und „in Kürze bereitgestellt“ ausmacht. Das Wort „Gleis“ kommt nach Seemädels Interpretation des Gesagten nicht vor. Da die Bahn aber ja das perfekte Timing beherrscht, springen während der Durchsage zwei Anzeigetafeln um: Auf Gleis 5 steht jetzt „Ansage beachten“ und auf Gleis 6 wird der Zug aus Kiel angezeigt.

Alle schauen verwirrt. Die ersten machen sich auf zur Treppe, halten kurz inne, als die Durchsage wiederholt wird. (Nicht-)Verständlichkeit und Seemädels Interpretation bleiben dieselben. Die Menschen verteilen sich auf die beiden Bahnsteige und die Treppen und harren gespannt der Züge, die da (hoffentlich) kommen.
Etwas später geschieht wieder alles gleichzeitig: Auf Gleis 5 kommt der Zug aus Kiel (mit Anzeige am Zug „nicht einsteigen“), auf Gleis 6 nähert sich von einem Abstellgleis aus ein Zug mit der vielversprechenden Fahrtzielanzeige „Kiel“ und in altbewährter Qualitätertönt eine Durch​sage, die Seemädel als „der Zug nach Kiel wird in Kürze auf Gleis 6 bereitgestellt“ versteht.
Auf Gleis 5 setzt hektisches Gerenne ein. Seemädel sucht sich derzeit schon mal einen Platz.

Und erfreute sich später an der Durchsage „Wegen einer Bahnübergangsstörung verzögert sich unsere Weiterfahrt um [10s Pause, alles schaut sich entsetzt an] 6 Minuten u. wir haben unterwegs noch einen Bahnübergang zu sichern“
Allgemeine Erleichterung.

(Kennt ihr das, dass sich bei bestimmten Begriffen direkt euer Puls beschleunigt? „Bahnübergangsstörung“ gehört bei mir definitiv dazu, wobei ich dieses Mal recht entspannt war, weil ich nicht umsteigen musste.)

* Der Stadtverkehr Lübeck hatte zuvor bewiesen, dass „aus 26 Minuten Übergangszeit mache 8“ kein Alleinstellungsmerkmal der Bahn ist – und 8 Minuten sind halt nicht so viel, wenn man erstmal vom ZOB um die Baustelle herum zum Bahnhof muss und sich dort noch eine Fahrkarte und was zu essen kaufen will. Zum Glück war aber weder am Automaten noch bei Ditsch eine Schlange.

Aber immer wieder nervig, dass die Anzeigen an den Haltestellen offenbar nur bedingt Echtzeitinformationen haben. Mein Bus wurde erst normal angezeigt, verschwand dann völlig von der Anzeige (was immer die Frage aufwirft „kommt er noch, und wenn ja: wann?“) und tauchte fast 10 min später erst auf der Anzeige und kurz darauf tatsächlich auch real auf.

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