Verfasst von: Seemädel | 8. August 2013

Bahn (9c) – Die Bahn und die Technik III

Auch Türstörungen sind sehr beliebt… irgendwann irgendwo in Deutschland, auf einer kleinen eingleisigen Regionalbahnstrecke, in einem (zweigleisig ausgebautem) Bahnhof mit Bahnsteig auf der rechten Seite.
Ein Zug, bestehend aus zwei Triebwagen mit je 2×2 Türen, möchte weiterfahren. Leider lässt sich in einem Zugteil die hintere nicht schließen. Der Lokführer dreht und klopft und schraubt (und flucht) und ruft Techniker an, bekommt die Tür aber nicht komplett zu, es bleiben ein paar Millimeter, wodurch der Zug keine Freigabe zum Losfahren bekommt. Nach einer guten halben Stunde hat er es unterstützt von einem Fahrgast geschafft, die Tür irgendwie manuell zu schließen und fordert die Fahrgäste auf, in den vorderen Zugteil umzusteigen. Die defekte Tür soll natürlich nicht noch einmal geöffnet werden, also geht das Trüppchen zur vorderen Tür. Dem Seemädel war zu dem Zeitpunkt schon so, als ob es beim Einsteigen gesehen hätte, dass an der Tür das Defekt-Schild hing (Einstieg war auf der linken Seite gewesen)… und dem ist auch so (zensiert: Fluch des Lokführers)
Der Lokführers zögert, wirft einen Blick in die Runde – ok, alles relativ junge, körperlich fitte Menschen. Der Mittlestreifen zwischen Gleis und Gegengleis ist breit, die Verspätung mittlerweile bei einer knappen Dreiviertelstunde. Und so stieg die ganze Truppe auf der falschen Seite aus, wo es fast einen Meter runterging, zumal die Trittstufe auf der linken Seite auch noch defekt war. Dann auf dem Mittelstreifen nach vorne und dort wieder reinturnen – es ging ja auch wieder einen Meter hoch. Mit angewinkeltem Bein konnte ich gerade so ein Bein reinstellen und mich dann an der Haltestange hochziehen.
Ich habe keine Ahnung, ob das Verhalten des Lokführers eigentlich verboten war, aber ich finde es super, dass er da zu dieser unkonventionellen Lösung gegriffen hat, die in dieser speziellen Konstellation (ausschließlich körperlich fitte Menschen, breiter Mittelstreifen) ja möglich war. Und er hat sich beim Losfahren für die Unannehmlichkeiten entschuldigt und dem „jungen Mann, der mir geholfen hat“ gedankt und bei der Ankunft am Zielbahnhof auch nochmal.
Allerdings habe ich einen mittleren Herzkasper bekommen, als ich kurz darauf eine längere Strecke fuhr und gleich beim ersten Zug nach ein paar Haltestellen die Ansage kam, dass die Abfahrt sich um ein paar Minuten verzögert – Grund: Türstörung… aber es war wohl irgendwie ein Techniker im Zug, der das dann wirklich in ein paar Minuten hinbekommen hat.

Stellwerkstörungen sind auch nett, genauso wie entgleisende Intercitys vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof.
Oder eine Betriebsstörung, die zur Folge hat, dass der ICE (der mittlerweile „geklaut“ und durch einen IC ersetzt wurde) von Stuttgart bis Böblingen hinter einer S-Bahn herfährt…

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