Verfasst von: Seemädel | 7. August 2013

Bahn (7) – der Fahrplan

Es gibt Strecken, da ist der richtig toll.
Es gibt Strecken, da ist er immerhin tagsüber unter Woche toll.
Es gibt Orte, die super angebunden sind.
Es gibt Orte, die gar nicht sooo klein sind, und überhaupt nicht gut angebunden sind.

Z.B. der westliche Bodensee mit Konstanz, Radolfzell und Singen. Von Singen fährt alle 2 Stunden ein IC (früher ICE) nach Stuttgart, der aber teilweise nicht zu gebrauchen ist, weil die Anschlüsse nach und aus dem Norden so ungünstig sind. Da hat man ca 1.5 Stunden Aufenthalt, wenn es einen Bahnhof gibt, den ich mittlerweile so richtig gut kenne ist es dieser – aber da ja dort fleißig gebaut wird, gibt es ja immer mal was Neues zu sehen^^. Ok, und die Bahnhöfe in Hamburg, Kassel, Fulda und der Weltstadt Baden-Baden kenne ich auch besser, als mir lieb ist und geplant war… während es sich bei anderen Orten wie Frankfurt, Göttingen, Hannover, Norden, Offenburg und Ulm noch in erträglichen Grenzen hält.
Einmal oder zweimal fährt ein IC von Konstanz über Offenburg und Karlsruhe nach Norden/ Norddeich oder Hamburg, aber der hält ab Singen ungefähr 3x weniger als der IRE und braucht ähnlich lange.
Am besten ist die Anbindung eigentlich in die Schweiz…

Dadurch, dass oft Züge nur stündlich oder gar zweistündlich fahren (besonders abends und am Wochenende), sind halt die Verspätungen besonders nervig. Wenn eine halbe Stunde später der nächste Zug fährt, ärgert man sich zwar, aber es ist ok. Wenn der nächste Zug aber erst 2 Stunden später fährt und man abends 1:55 Stunden auf dem Bahnhof wartet (mit etwas Pech ist es kalt, man hat Gepäck und keinen Sitzplatz), ist das echt ätzend. Und auch 55 min im Provinzbahnhof (kaum Läden, ca. 5 Sitzplätze) Baden-Baden nerven. Und die hat man ziemlich oft… früher konnte man auf der Strecke Hamburg-Bodensee immer abwechselnd in Offenburg (Stunde 1) und Baden-Baden (Stunde 2) umsteigen. In OG hatte man ca. 30 Minuten, in Baden-Baden 6 min, die oft nicht reichten. Leider fährt jetzt der ICE nur noch zweistündlich, und es ist natürlich genau der, der nur in Baden-Baden hält 🙄
Und was bringt es mir, wenn ich gut hin, aber abends nicht zurückkomme? Ich habe eine Freundin in Memmingen, aber wenn ich sie zum Geburtstag besucht habe, bin ich sobald ich den Führerschein hatte immer Auto gefahren, weil die Anbindung abends katastrophal war. Auto ging schneller, bequemer und entspannter (ich habe meinen Sitzplatz und stehe nicht eine Stunde zwischen wildfremden Menschen eingepfercht im Gang). Also fahr ich halt Auto und nicht Zug.

Auch über Ulm zu fahren, ist in allen Richtungen spannend. Vom Bodensee weg fahre ich eigentlich nie über Ulm, weil ich die Wahl zwischen (zu) viel Nervenkitzel oder deutlich längerem Aufenthalt doof finde. Zurück mache ich es manchmal, denn da ist es zwar nervig, aber mehr auch nicht. Logischerweise ist es natürlich immer so:
Wenn ich pünktlich in Ulm bin und hoffe, dass wir endlich losfahren, damit ich in Friedrichshafen den Anschlusszug bekomme, fahren wir immer mit Verspätung ab, weil wir auf den Zug aus Stuttgart warten.
Fahre ich ausnahmsweise von Stuttgart über Ulm nach Hause, weil mein Anschlusszug in Stuttgart leider weg war, wartet der Zug von Ulm nach Friedrichshafen natürlich nicht.

Vor Jahren wurde mir auch mal eine äußerst kreative Verbindung von Radolfzell nach Lindau ausgespuckt – über Stuttgart und München… warum bahn.de mir nicht lieber den Schienenersatzverkehr vorgeschlagen hat, weiß ich ja auch nicht.

Pünktlich sind in der Bodenseeregion meist die seehas-Züge, die von der SBB betrieben werden – außer sie müssen vorher einen verspäteten DB-Zug durchlassen oder bei der Reichenau hat sich mal wieder negativ bemerkbar gemacht, dass die Psychiatrie nahe den Gleisen steht…
Konsequent verspätet war dafür der RE, der in meinen ersten Jahren auf dem Gymnasium noch fuhr. Wir haben uns dann irgendwann mal kollektiv beschwert und bekamen eine ausführliche Erklärung, wann wie welcher Zug das Nadelöhr (eingleisige Rheinbrücke) in Konstanz passiert… der Fahrplan wurde erst seeeeeeehr viel später angepasst…

Advertisements

Responses

  1. Sobald das Wort „Schienenersatzverkehr“ fällt, kommt man schneller ans Ziel, wenn man fliegt. Innerhalb dieser Zeitspanne hat man sogar noch genügend Spiel, den Pilotenschein zu machen und auf ein eigenes Flugzeug zu sparen … ;o))

    • *g*
      Zumindest bei einem ungeplanten Schienenersatzverkehr könnte das tatsächlich beinah hinkommen…


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: