Verfasst von: Seemädel | 6. August 2013

Bahn (6) – unterwegs in der Gruppe

Auch wenn die Gruppe nicht aus SMDlern besteht, ist Zugfahren oft „interessant“ und lustig.
Chorsänger im Zug geben dann schon mal ein Konzert, unsereUkrainereise mit dem Uni-Chor hab ich ja schon erwähnt.
Noch „versungener“ war allerdings die Truppe, mit der ich in der 11. Klasse die Chormentorenausbildung* in Altensteig gemacht habe. Wir waren meist ein paar Leute, die Richtung Rottweil fuhren. Da die Züge in Calw zumindest damals nur zweistündlich fuhren und zwar in Stunde x in die eine Richtung und ich Stunde x+1 in die andere, wir aber alle auf einmal vom und zum Bahnhof geholt bzw. gebracht wurden (Altensteig hat keinen), hatte immer ein Teil der Gruppe eine Stunde Wartezeit. In der gab es dann ein kleines Bahnhofskonzert, aber auch im Zug haben wir oft gesungen, besonders in dem Zügchen nach Horb, wo einige hinmussten. Aber manchmal haben wir auch im Zug nach Rottweil gesungen, wenn sich keiner dran gestört hat. In dem kleinen Zug war das einfacher, da haben wir meist einfach das Fahrradabteil geentert^^

Bei SMDlern, Unichorleuten und auch Chormentoren gibt es ja keine Probleme mit Aufsichtspflicht (erstere sind eh volljährig, bei letzteren war es „An- und Abreise in eigener Verantwortung“), anders natürlich mit Schülern. Zwei Jahre nach meinem Abi war mein Schulorchester in Berlin, wo eine Auswahl bei irgendeinem Empfang von der CDU-Bundestagsfraktion gespielt hat – es war eine von diesen Reisen, wo jeder Abgeordnete jedes Jahr ein oder zwei (?) Gruppen einladen darf und alles bezahlt wird. Entsprechend voll war das Programm 😉 Ich hab damals noch als „Ehemalige“ mitgespielt, genauso ein paar andere, und da unsere Orchesterleiterin meinte, dass wir schließlich in unserer Schulzeit dazu beigetragen hätten, dass wir eingeladen wurden, dürften wir selbstverständlich mit. Ich finde ja, meine Bratschenkünste haben da sicher nicht so viel beigetragen… beim Chor hätte es vielleicht anders ausgesehen^^ Aber ich war dabei und es war für die Uni sogar ein Grund, mich bei einer Klausur zu entschuldigen.
Gefahren sind wir mit der Bahn. Hin war alles ok, zurück war es anfänglich etwas chaotisch. Als wir zum Hauptbahnhof kamen, stand in der Anzeige für unseren Zug schon, dass Wagen X fehlt. Und natürlich war klar, dass Wagen X genau der war, wo die 50-60 Plätze für unsere Gruppe reserviert waren… und mit Schülern kann man sich halt nicht im ganzen Zug verteilen. Ich hab das dann unserer Lehrerin gesagt und auch den Bahnmitarbeiter auf dem Bahnsteig angesprochen, dass wir eine Gruppe sind, die zusammen bleiben muss und deren Waggon fehlt. Mir war eigentlich zu dem Zeitpunkt schon klar, dass höchstwahrscheinlich die Lösung heißen wird „1. Klasse“. Rotmütze war aber der Meinung, dazu nichts sagen zu können, wir sollten bei Waggon X+1 oder X-1 einsteigen und das Zugpersonal fragen. Also haben wir das brav getan und ein paar Minuten später wanderten über 50 Leute, zum Teil mit Instrumenten bis hin zu Celli (Kontrabass hatten wir nicht dabei ;-)), einmal durch den Zug, denn Wagen X war am einen Ende und Wagen Y am anderen… es wäre definitiv einfacher gewesen, uns gleich dort einsteigen zu lassen :roll:.
Verständlicherweise waren die Erste-Klasse-Fahrgäste nicht so wahnsinnig begeistert, dass eine Horde Schüler in ihren Waggon einfiel – dass das ganze ohne allzu große Konflikte abging, dürfte nur daran gelegen haben, dass die meisten am Vorabend ziiiiiemlich spät ins Bett kamen und somit im Zug geschlafen haben…
Und in Stuttgart hatten wir dann noch einen längeren Aufenthalt, wo ein paar Leute beim Gepäck blieben, und der Rest durfte los (die Unter- und Mittelstüfler natürlich immer brav in Dreiergrüppchen ;-)), 10 Minuten vor Abfahrt wollten wir uns am Bahnsteig wieder treffen. Nur wurde in dieser Zeit der Zug auf ein anderes Gleis am anderen Ende verlegt… also ein Teil hierbleiben, ein Teil rüber und hoffen, dass alle Schüler wirklich rechtzeitig da sind, damit man noch zum anderen Gleis kommt.
Aber es ging alles gut und in diesem Zug haben wir dann bewiesen, dass auch Orchestermitglieder gelegentlich gerne singen 😉

*Chormentoren: In BaWü gibt es Schülermentoren für die verschiedensten Richtungen (hauptsächlich alle möglichen Sportarten und Musikensembles, aber auch Sozialmentoren wie z.B. Streitschlichter). Ziel ist, Choreiter/ Sportlehrer (in AGs)/ Übungsleiter… zu unterstützen, dafür gibt es eine Ausbildung über einige Wochenenden, die mit einer Prüfung abschließt. Erklär ich demnächst auch mal ausführlicher…

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