Verfasst von: Seemädel | 11. Juli 2013

Nostalgische Gefühle *g*

Diesen Eintrag schreibe ich jetzt doch noch mal direkt – obwohl ich eigentlich in letzter Zeit alle Ereignisse erstmal gesammelt habe, denn wie jemand meinte „du solltest mal ein Buch über die Bahn schreiben“… ein Buch nicht, aber ich wollte mal einen Blogartikel zu meinen Erlebnissen schreiben. Und als ich damit anfing, stellte ich fest, dass ein Artikel da irgendwie nicht ausreicht… wobei es nicht alles „schlechte Erfahrungen“ und kuriose Erlebnisse sind, sondern zum Teil auch ganz unspektakuläre Fahrten, an die ich mich aus anderen Gründen erinnere.

Also letztes Wochenende begegneten mir:

RB von Lübeck nach Lüneburg: Alles gut 🙂 Und nachdem nicht wie vor ein paar Wochen nur ein halber Zug fuhr, in dem dafür aber gleich 2 Gruppen drin waren, hatte ich auch einen guten Sitzplatz.

(gefühlt prähistorischer) IC von Lüneburg nach Hannover: Ein Zug, wo ich in einem Waggon war, dessen Gattung ich schon lange für ausgestorben hielt. Ich weiß schon, dass viele IC-Züge umgebaute IRs sind, aber der Waggon, in dem ich meinen Platz hatte, war schon zu IR-Zeiten eher veraltet. Ich war echt platt, als ich reinkam – Türen, die man noch richtig manuell mit diesen Hebeln öffnet, Schwingtüren, diese komischen goldfarben lackierten Rahmen, ausschließlich Abteile, unterm Fenster auf beiden Seiten Klapptische, relativ breite Sitze mit dicken Polstern, 2 Ablagengittern drüber und einem Spiegel unter den Ablagen… ich glaube, das letzte Mal, dass mir ein derartiger Waggon begegnet ist, war Ende der 90er ein RE-Zug, der einen solchen Waggon mitführte.


Ein andere Waggon desselben Zuges war aber moderner, der hatten den typischen IR-Großraumwagen, der bei mir sofort Kindheitserinnerungen weckte, denn mit solchen Zügen sind wir manchmal nach Hamburg gefahren.
(Keine) Schaffner – 6 Waggons und eine gute Stunde Zeit reichen offenbar nicht, um durchzugehen… als ich in Hannover ausstieg, waren sie auch äußerst entspannt – hinten luden einige Leute hektisch ihre Fahrräder ein, die Schaffner standen in der Mitte des Zugs und warfen ihnen missbilligende Blicke zu. Wenn sie etwas mitangepackt und die Nebentür nicht geschlossen hätten, wäre das ganze definitiv schneller gegangen, denn die Leute hätten die Ladung Packtaschen sicher auch in der Nachbartür reingebracht.
Vogel – oder so. Mitten auf der Strecke blieben wir stehen und es hieß, dass uns was in den Stromabnehmer geflogen ist, wahrscheinlich ein Vogel (armes Tier!). Ging aber bald weiter und da ich in Hannover eh einen langen Aufenthalt hatte, war ich recht entspannt.

Der nächste IC (Hannover – Heidelberg) sah aber so aus, wie ich ICs kenne, Großraum mit diesen grün-türkis-rosaroten Sitzen, wo man schon beim Hinsetzen die Sprungfedern zu spüren meint.
Er wäre sogar pünktlich abgefahren – wenn nicht dauernd Leute gemeint hätten, die Türen wieder öffnen zu müssen… ja ok, ich find es auch doof, wenn ich zu spät komme oder mein vorheriger Zug Verspätung hatte, aber deshalb beim abfahrbereiten Zug die Türen wieder aufreißen? Ne. Vor allem war es halt nicht nur eine Tür, denn wenn Person A sieht, dass B da hinten gerade eine Tür öffnet, kann sie das ja auch machen. Person C macht das dann nach, während Person B schon lange drin ist.
Dass der Schaffner da etwas ungehalten wurde, kann ich schon verstehen und seine Durchsage auch:
„Willkommen im IC … Wir verlassen Hannover Hbf mit 10 min Verspätung. Der Grund hierfür waren unsere lieben Fahrgäste.“
Da haben sich um mich rum einige über die Durchsage aufgeregt :roll:.
Ich find sie eigentlich legitim. Alle schimpfen auf die unpünktliche Bahn, die aber dieses Mal höchstens indirekt (verspätete Züge, aus denen Leute in unseren Zug umsteigen wollten) schuld war. Der Zug stand rechtzeitig da, schloss die Türen rechtzeitig und wollte eigentlich gerade losfahren…
Als der Schaffner dann durchkam, gab es beinahe eine Schreierei. Der Schaffner war einer mit echter „Berliner Schnauze“ und ziemlich sauer, und als jemand nach Anschlusszügen bei der Verspätung fragte, sagte er halt nochmal, warum wir zu spät sind – woraufhin sich jemand anders einmischte, dass ihnen gesagt worden wäre, dass der Zug wartet, und so hätte er halt beim stehenden Zug die Tür geöffnet.
Allerdings standen die Türen wohl schon unter Druck, d.h. sie gingen nicht durch Antippen auf, sondern man musste sie wirklich mit Gewalt aufzerren. Ich hatte mich schon gefragt, ob die Türen denn nicht gesperrt gewesen waren, wenn wir schon abfahrbereit waren. Waren sie, was meine Mitreisenden nicht davon abhielt, sie aufzureißen… die Kollegin des Schaffners war etwas sanftmütiger und meinte, dass es halt echt gefährlich war, weil wohl hinten beinahe einer im Gleis gelandet wäre… und wenn was passiert, wäre das Geschrei groß.
Davon mal abgesehen bringt es natürlich alle Abläufe durcheinander, wenn ein abfahrbereiter Zug nicht losfahren kann, weil schon Weichen und Signale gestellt sind, der nächste Zug wartet etc.
Auf meinem Bahnsteig sprang 5 min nach planmäßiger Abfahrt die Anzeige auf den nächsten Zug um, änderte sich dann aber kurz darauf zu „nicht einsteigen“ 😆
Ich hab es ja auch schon erlebt, dass trotz Ankündigung der Zug nicht gewartet hat, aber dafür kann der Schaffner des abwartenden Zug ja nun wirklich nichts, wenn ihm das keiner sagt.
Zumal es sich um einen Zug am Nachmittag von Hannover nach Karlsruhe handelte – man hätte also nicht allzu lange warten müssen, um mit einem anderen Zug weiterfahren zu können. Wirklich nervig finde ich es eher, wenn danach 1 Stunde oder länger nichts fährt.
Wenn der Zug noch dasteht, würde ich sicher auch probieren, ob die Türen noch aufgehen, aber wenn sie das nicht auf Knopfdruck tun, dann würde ich mich da sicher nicht mit Gewalt dranmachen :shock:.
Ich habe dem Schaffner das dann auch gesagt, dass ich seine Ansicht teile und er hat sich etwas beruhigt und mir ein schönes Wochenende gewünscht 😉 Dafür fanden mich wahrscheinlich die Meckermitfahrer doof, aber das ist mir dann doch ziemlich egal.

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Responses

  1. Ach, herrje. *g*
    Den morbiden Charme uralter umfunktionierter Züge kenne ich übrigens auch. Man riecht’s direkt. 😉

    • ALT kannte ich ja auch… aber SO alt? 😆

    • Aber eigentlich war es echt eine nette Kindheitserinnerung an Reisen mit Mama nach Hamburg 😉
      Nur eben echt überraschend, dass man sowas noch „in the wild“ antrifft…


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