Verfasst von: Seemädel | 30. Mai 2013

Halle bleibt!

Nein, da fehlt kein Artikel und ich rede auch nicht von Turn- oder Stadthallen – sondern von der Stadt Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt.

Halle bleibt!

Halle bleibt!

Dort sind die Politiker nämlich mal wieder auf eine Idee gekommen, die das Seemädel nicht so richtig versteht: Weil wir ja sowieso schon zu wenig viele Ärzte haben und es Gegenden mit ohne Ärztemangel gibt, kann man ja einfach mal eine von zwei medizinischen Fakultäten im Bundesland schließen. Braucht ja keiner.

Selbst wenn die Zahl der Studienplätze nicht verringert werden sollte, finde ich diesen Schritt fragwürdig – schließlich dient ein Uniklinikum auch der Patientenversorgung, gerade in Zeiten, wo Ärzte und insbesondere Fachärzte in manchen Gegenden Mangelware sind. Sicher kann man prinzipiell manches davon auch mit Nicht-Uni-Kliniken aufrecht erhalten, aber bleibt der Standard? Was ist mit (finanziell nicht immer lohnenden) Spezialambulanzen und -sprechstunden?
Was ist mit der Forschung, der vielleicht durch die größeren Entfernungen bis Magdeburg auch Patienten und Probanden fehlen würden?
Auch hängen eine Menge Geld und Arbeitsplätze direkt oder indirekt dran, und ich denke, nicht jeder würde mit nach Magdeburg gehen (zumal ja auch Stellen abgebaut werden müssen, damit es billiger wird) oder einen anderen Job finden. Das ist dann vielleicht eine andere Kasse, die zahlen muss, aber schlussendlich doch die öffentliche Hand.

Wer seine Unterstützung kundtun will, kann bei openpetition unterschreiben:
Halle bleibt (hier gibt es auch noch mehr Argumente)
Und damit die Politiker nicht auf die Idee kommen, dass man ja statt Halle einfach Magdeburg dichtmachen könnte, gibt es auch dafür bereits eine Petition:
Otto studiert Medizin

Wer auf dem Laufenden bleiben will, kann die Facebookseite „Halle bleibt“ liken oder auf der Homepage.
Die nächste Demo ist am 12. Juni:

Demo am 12. Juni

Demo am 12. Juni

Bislang sind das wohl alles nur Überlegungen, aber ich würde das schon ernst nehmen… und dass ich hier einen Artikel darüber schreibe, obwohl ich an und für sich weder mit Halle zu tun habe noch Medizinstudentin bin, liegt daran, dass es derartige Pläne auch in Kiel gab – natürlich nicht für die Uni Kiel, sondern die Uni Lübeck. In Lübeck wäre die Folge gewesen, dass man gleich die ganze Uni hätte schließen können, wenn man die Medizin nach Kiel verlegt, da die anderen Studiengänge eng mit der Medizin verbunden sind. Und allein schon die Pläne dafür – noch bevor sie beschlossen wurden – haben der Uni Lübeck einige Nachteile gebracht, denn (verständlicherweise) überlegten sich Spitzenforscher, ob sie unter solch unsicheren Bedingungen überhaupt nach Lübeck kommen bzw. sich woanders hin bewerben.

Banner am Holstentor - manche Autos haben immer noch den Aufkleber :-)

Banner am Holstentor – manche Autos haben immer noch den Aufkleber 🙂


Damals habe ich noch nicht mal geahnt, dass ich je in Lübeck studieren werde, als ich bei einem Besuch hier die „Lübeck kämpft“-Banner sah. Aber ich bin heilfroh und dankbar, dass dieses Bündnis mittlerweile arbeitslos ist, da die Uni schlussendlich (dank diverser politischer Winkelzüge) blieb, sodass ich meinen tollen Studiengang hier studieren kann – in dieser starken Spezialisierung ist der nämlich einmalig in Deutschland.
Und auch wenn ich sonst nicht unbedingt einer Meinung mit dem AStA bin, kann ich der Stellungnahme in diesem Fall nur zustimmen: Weder Lübeck noch Halle!

Ich finde grundsätzlich Sparen auch sinnvoller als noch mehr Schulden zu machen. Beim Sparen an Bildung und Gesundheitsversorgung ist nur die Frage, ob das nicht eine Milchmädchenrechnung ist, die schlussendlich teurer wird – durch fehlende Jobs, schlechtere medizinische Versorgung (ok, ich bin mal böse: das könnte tatsächlich billiger werden, weil mehr Leute früher sterben 👿 )…

Ich wünsche den Studenten in Sachsen-Anhalt viel Erfolg und ebenso viel Unterstützung aus der Bevölkerung, Kommunalpolitik, Wissenschaft und anderen Studierenden (auch die Kieler Studis haben Lübeck damals unterstützt!) wie es in Lübeck der Fall war.

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