Verfasst von: Seemädel | 28. Mai 2012

Chocoversum in Hamburg

An einem anderen Tag waren wir in Hamburg, wo wir uns mit einer Freundin und ihrer Familie im „Chocoversum“, dem Hachez-Schokoladenmuseum, getroffen haben.

Ich kannte ja das Schokoladenmuseum in Köln und hatte irgendwie etwas ähnliches erwartet. Das Chocoversum ist allerdings ganz anders. Klar, in beiden geht es um Schokolade 😉 und ihre Produktion, aber vom Aufbau und Konzept unterscheiden sie sich klar. Das Kölner Museum ist viel größer, aber es gibt fast „nur“ Dinge zum Anschauen. Das Hamburger Museum dagegen ist in erster Linie auf Mitmachen ausgelegt – Dinge zum Anfassen, zum Ausprobieren, zum Riechen…
Es empfiehlt sich, eine Führung mitzumachen (täglich um 11 Uhr ist eine öffentliche Führung, wo sich jeder anschließen kann), denn nur dort bekommt man Erklärungen zur Produktionsstraße und vor allem Schokolade zum Probieren und Täfelchen zum Mitnehmen :lol:.

Es wird der Weg von der Kakaobohne bis zur fertigen Schokolade anschaulich gezeigt.
Zum Beispiel gibt es einen kleinen Ladekran zum Ausprobieren (der war der Renner beim Sohn meiner Freundin), eine begehbare Kakaobohne, Säcke mit Kakaobohnen und eine kleine Mühle, wo man die Kakaobohnen mahlen konnte.

Dann konnte man anschaulich sehen, aus welchen (Haupt-)Bestandteilen die dunkle, Vollmilch- und weiße Schokolade bestehen:

dunkle, Vollmilch- und weiße Schokolade

dunkle, Vollmilch- und weiße Schokolade


Dann gibt es eine funktionsfähige Produktionsstraße:
Zuerst werden die Zutaten zerrieben und vermischt.
Einzelzutaten

Einzelzutaten


Melangeur

Melangeur


Schokomasse

Schokomasse


An dieser Stelle ist das ganze noch recht grobkörnig und schmeckt auch noch nicht so gut.
Darum kommt als nächster Schritt die Walze, die die Partikel soweit verkleinert, dass sie von der menschlichen Zunge nicht mehr als einzelne Teilchen wahrgenommen werden.

Dann folgt noch eine Maschine, von der ich leider die genaue Funktion nicht mehr weiß… aber auf jeden Fall schmeckt die Schokolade daraus :lol:.

links sind die Waffeln fürs Probieren ;-)

links sind die Waffeln fürs Probieren 😉


Und verpackt werden muss die Schokolade natürlich auch, wenn sie nicht gleich von den Besuchern vernichtet wird:
Verpacken

Verpacken

Aber auch sonst gab es noch einiges zu sehen und zu probieren. Das Museum ist ein einziger großer Raum mit Exponaten und Stationen.

Interessant war, was man so alles in Schokolade mischen kann – man konnte da an verschiedenen Dingen riechen. Ich bin was das betrifft ja Traditionalist und brauche keine Schokolade in der Geschmacksrichtung „Schweizer Käse“…

Riechsäulen

Riechsäulen

Rundum gab es Tafeln mit Hinweisen und Aussprüchen. Besonders die Erkenntnisse aus dem Eingangsbereich fand ich spannend :lol:: Wusstet ihr, dass

  • Kakao laut dem Mönch Durán (16. Jh.) gegen den bösen Blick, Schnupfen und Husten hilft?
  • die größte Tafel Schokolade 70 m^2 groß ist?
  • Schokolade nach dem Prinzip einer Kerze brennt?
  • „der Cacao nemlich stärket den Magen, die Lebensgeister hurtig macht, die Säfthe und Geblüht verdünnt, hilft zur Venuslust, stärcket das Haupt“? (J. G. Kühne, Arzt im 18. Jh.)
  • jeder Deutsche im Schnitt 9,1 kg Schokolade pro Jahr isst?

Fazit:
Im Vergleich zu Köln ist es wie gesagt deutlich kleiner, aber auch deutlich mehr auf Mitmachen angelegt. Den Preis finde ich für die Größe der Ausstellung grenzwertig hoch, insbesondere wenn man keinen Rabatt (Student) hat. Gut finde ich, dass die Ausstellung komplett barrierefrei ist.
Und man darf gerne auch mehrfach zum Probieren kommen und etliche Täfelchen mitnehmen.
Grundsätzlich ist das Chocoversum auf jeden Fall einen Besuch wert.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Advertisements

Responses

  1. Die Fragezeichen-Maschine ist die Conche, bei der die Masse noch ganz lange (bis 72h, Billigschoki nur max. 8h) gerührt und leicht erwärmt wird, damit sämtliche bitteren Geschmacksstoffe sich verflüchtigen, das Aroma sich voll entfalten kann und der zarte Schmelz entsteht.
    Dass der Geschmackunterschied nicht nur bei den Zutaten, sondern auch bei den 8h und 72h liegt, fand ich sehr faszinierend…


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: